27001 ausgeschriebenISO 27001 in Alltagssprache

40 Begriffe

Das Lexikon zur ISO 27001

Hier finden Sie zentrale Begriffe in Alltagssprache. Die Erklärungen sind bewusst vereinfacht und ersetzen den aktuellen Normtext nicht.

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ISO 27001: Begriffe in einfacher Sprache

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40 Begriffe

A

MaßnahmenAnhang A

Anhang A

Der Anhang A der ISO/IEC 27001 enthält eine Liste von Referenzmaßnahmen für die Informationssicherheit. Diese Maßnahmen helfen dabei, wichtige Sicherheitsthemen systematisch zu prüfen.

In der aktuellen Fassung sind die Maßnahmen in vier Gruppen gegliedert:

  • A.5 Organisatorische Maßnahmen
  • A.6 Personenbezogene Maßnahmen
  • A.7 Physische Maßnahmen
  • A.8 Technologische Maßnahmen

Beispiel

Im Anhang A finden sich unter anderem Themen wie Informationssicherheitsrichtlinien, Zugangsrechte, Sicherheitsbewusstsein, physischer Zutritt, Schwachstellenmanagement und Datensicherung.

In der Praxis

Der Anhang A ist keine bloße optionale Ideensammlung. Er ist normativ und wird im Rahmen eines ISO-27001-Audits berücksichtigt. Die Organisation muss jedoch risikobasiert bestimmen, welche Maßnahmen für ihr ISMS erforderlich sind. Genau dafür wird die SoA erstellt.

Mögliche Nachweise

  • Erklärung zur Anwendbarkeit (SoA)
  • Richtlinien und Verfahren zu den ausgewählten Maßnahmen
  • Umsetzungsnachweise und Aufzeichnungen
  • Risikoanalyse und Risikobehandlungsplan
GrundlagenAnwendungsbereich / ScopeAuch: Scope

Anwendungsbereich / Scope

Der Anwendungsbereich beschreibt, für welchen Teil der Organisation das ISMS gilt. Er legt also die Grenzen des Informationssicherheitsmanagementsystems fest.

Beispiel

Der Scope kann den gesamten Cloud-Betrieb in Deutschland umfassen – oder nur die Entwicklung und den Betrieb einer bestimmten SaaS-Anwendung einschließlich der dafür zuständigen Mitarbeitenden und Dienstleister.

In der Praxis

  • Der Scope muss klar und nachvollziehbar beschrieben sein.
  • Schnittstellen zu Bereichen außerhalb des Scopes sollten berücksichtigt werden.
  • Der Scope darf nicht so gewählt werden, dass wichtige Risiken künstlich ausgeblendet werden.
  • Der Scope ist nicht dasselbe wie die SoA.

Mögliche Nachweise

  • Schriftliche Scope-Erklärung
  • Organisations- und Standortübersicht
  • Prozess- und Systemübersicht
  • Begründung für ein- oder ausgeschlossene Bereiche
  • Beschreibung relevanter Schnittstellen zu Lieferanten oder anderen Organisationseinheiten
GrundlagenAsset / InformationswertAuch: Informationswert

Asset / Informationswert

Ein Asset ist alles, was für die Organisation einen Wert hat und deshalb geschützt werden sollte. Im Deutschen wird häufig von einem Wert, Informationswert oder Schutzobjekt gesprochen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Informationen und Daten
  • Geschäftsprozesse
  • Anwendungen und IT-Systeme
  • Server, Laptops und Smartphones
  • Netzwerke und Gebäude
  • Wissen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden
  • Dienstleistungen und Lieferantenbeziehungen

Beispiel

Die Kundendatenbank ist ein schützenswerter Informationswert. Der Server, auf dem sie betrieben wird, ist ein unterstützendes Asset.

In der Praxis

Ein Asset sollte einer verantwortlichen Person oder Funktion zugeordnet werden. Außerdem sollte erkennbar sein, welche anderen Assets davon abhängen.

Mögliche Nachweise

  • Asset- oder Werte-Inventar
  • Zuordnung von Asset-Eigentümern
  • Übersicht der Abhängigkeiten zwischen Prozessen, Informationen und Systemen
  • Schutzbedarfs- oder Klassifizierungsergebnis
AuditAudit

Audit

Ein Audit ist eine systematische und nachvollziehbare Prüfung. Dabei wird untersucht, ob Anforderungen erfüllt werden und ob die vorgesehenen Prozesse und Maßnahmen wirksam funktionieren.

Beispiel

Ein Auditor prüft nicht nur, ob es eine Richtlinie für Zugangsrechte gibt. Er kann auch anhand von Stichproben prüfen, ob Zugänge tatsächlich beantragt, genehmigt, eingerichtet und bei Austritt entzogen werden.

In der Praxis

Ein Audit besteht nicht nur aus Dokumentenprüfung. Gespräche, Stichproben und die Betrachtung tatsächlich gelebter Abläufe sind ebenfalls wichtig.

Mögliche Nachweise

  • Auditprogramm und Auditplan
  • Auditfragen und Stichproben
  • Interviewnotizen
  • Auditbericht
  • Feststellungen und Maßnahmenverfolgung
AuditAuditkriterium

Auditkriterium

Ein Auditkriterium ist der Maßstab, mit dem im Audit verglichen wird. Das können Anforderungen der ISO/IEC 27001, interne Richtlinien, Gesetze, Verträge oder festgelegte Prozesse sein.

Beispiel

Bei der Prüfung der Passwortverwaltung können die ISO-27001-Anforderung, die interne Passwort-Richtlinie und vertragliche Kundenvorgaben gemeinsam als Auditkriterien dienen.

B

RisikoBedrohung

Bedrohung

Eine Bedrohung ist etwas, das einem Asset schaden kann. Sie kann absichtlich oder unbeabsichtigt entstehen.

Beispiele

  • Phishing und Ransomware
  • ein Angreifer mit gestohlenen Zugangsdaten
  • ein Brand oder Wasserschaden
  • ein Bedienfehler
  • ein Ausfall eines Dienstleisters

In der Praxis

Eine Bedrohung allein ist noch kein Risiko. Erst wenn sie auf ein schützenswertes Asset und eine Schwachstelle trifft, kann daraus ein konkretes Risiko entstehen.

MaßnahmenBusiness Continuity / GeschäftsfortführungAuch: Geschäftsfortführung

Business Continuity / Geschäftsfortführung

Business Continuity bedeutet, dass wichtige Geschäftsprozesse auch bei Störungen weitergeführt oder innerhalb einer akzeptablen Zeit wieder aufgenommen werden können.

Beispiel

Wenn das primäre Rechenzentrum ausfällt, kann ein Dienst aus einer zweiten Umgebung bereitgestellt werden. Zusätzlich gibt es getestete Wiederanlauf- und Kommunikationsabläufe.

In der Praxis

Business Continuity betrifft nicht nur Backups. Es geht auch um Verantwortlichkeiten, Prioritäten, Kommunikationswege, Ausweichverfahren und Tests.

Mögliche Nachweise

  • Business-Continuity- oder Notfallkonzept
  • Wiederanlaufplan
  • Notfallübungen und Testergebnisse
  • Backup- und Restore-Nachweise
  • Liste kritischer Prozesse und Abhängigkeiten

C

GrundlagenCIA-Schutzziele

CIA-Schutzziele

CIA steht für die drei klassischen Schutzziele:

  • Confidentiality – Vertraulichkeit: Nur Berechtigte dürfen Informationen sehen.
  • Integrity – Integrität: Informationen bleiben richtig und vollständig.
  • Availability – Verfügbarkeit: Berechtigte können Informationen und Systeme bei Bedarf nutzen.

Beispiel

  • Ein unberechtigter Zugriff auf eine Personalakte verletzt die Vertraulichkeit.
  • Eine manipulierte Rechnung verletzt die Integrität.
  • Ein nicht erreichbarer Onlineshop verletzt die Verfügbarkeit.

In der Praxis

Bei der Risikobeurteilung sollte geprüft werden, welches Schutzziel durch ein Risiko gefährdet wird. Je nach Organisation können zusätzlich Authentizität, Zurechenbarkeit, Nichtabstreitbarkeit und Verlässlichkeit wichtig sein.

RollenCISO / InformationssicherheitsbeauftragterAuch: Informationssicherheitsbeauftragter

CISO / Informationssicherheitsbeauftragter

CISO steht für Chief Information Security Officer. In Deutschland werden auch Bezeichnungen wie Informationssicherheitsbeauftragter, Information Security Officer oder ISMS-Beauftragter verwendet.

Die Funktion koordiniert typischerweise das Management der Informationssicherheit. Sie trägt nicht automatisch die gesamte Verantwortung der Leitung und ersetzt auch nicht die Verantwortlichen für einzelne Prozesse oder Risiken.

Beispiel

Der ISMS-Beauftragte koordiniert die Risikoanalyse, bereitet Managementbewertungen vor und verfolgt Verbesserungsmaßnahmen. Der jeweilige Fachbereich bleibt trotzdem für seine Prozesse und Werte verantwortlich.

Mögliche Nachweise

  • Rollenkonzept
  • Ernennungsschreiben
  • Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbeschreibung
  • Organigramm
  • Protokolle von Sicherheitsgremien
MaßnahmenControl / MaßnahmeAuch: Maßnahme

Control / Maßnahme

Ein Control ist eine Sicherheitsmaßnahme oder eine Gruppe von Maßnahmen, mit denen ein Risiko reduziert oder eine Anforderung erfüllt werden soll. In der deutschen Norm wird häufig von Maßnahmen gesprochen.

Beispiel

Mehrfaktor-Authentisierung, Backups, Schulungen, Zutrittskontrollen oder ein geregeltes Berechtigungsverfahren können Controls sein.

In der Praxis

Eine Maßnahme ist nicht automatisch wirksam, nur weil sie in einer Richtlinie beschrieben ist. Die Umsetzung und die Wirksamkeit müssen in angemessener Weise überprüfbar sein.

D

GrundlagenDatenschutz-Folgenabschätzung

Datenschutz-Folgenabschätzung

Eine Datenschutz-Folgenabschätzung untersucht, welche Risiken eine Verarbeitung personenbezogener Daten für die Rechte und Freiheiten von Menschen haben kann und wie diese Risiken reduziert werden.

Beispiel

Vor der Einführung einer umfangreichen biometrischen Zugangskontrolle wird geprüft, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden, welche Gefahren bestehen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

In der Praxis

Die Datenschutz-Folgenabschätzung ist ein Datenschutzinstrument. Sie kann methodisch vom Risikomanagement des ISMS profitieren, ersetzt aber nicht automatisch die datenschutzrechtliche Prüfung.

GrundlagenDokumentierte Information

Dokumentierte Information

Dokumentierte Information umfasst Informationen, die die Organisation lenken und aufrechterhalten muss – unabhängig davon, ob sie auf Papier, in einer Datei, in einem Ticketsystem oder in einem anderen Medium gespeichert sind.

Man kann grob unterscheiden:

  • Vorgabedokumente: Sie beschreiben, was getan werden soll, zum Beispiel Richtlinien und Verfahren.
  • Aufzeichnungen: Sie zeigen, was tatsächlich getan wurde oder welches Ergebnis erreicht wurde.

Beispiel

  • Passwort-Richtlinie = Vorgabe
  • Protokoll einer durchgeführten Zugangsüberprüfung = Aufzeichnung

In der Praxis

Dokumente müssen kontrolliert, aktuell und auffindbar sein. Gleichzeitig verlangt ISO/IEC 27001 nicht, jeden Arbeitsschritt unnötig zu verschriftlichen. Der Umfang sollte zur Organisation und zum Risiko passen.

Mögliche Nachweise

  • Dokumentenlenkungsprozess
  • Freigabe- und Versionshistorie
  • Aufbewahrungs- und Löschregeln
  • Änderungsprotokolle
  • Schulungs- oder Prüfungsaufzeichnungen

I

GrundlagenInformationssicherheit

Informationssicherheit

Informationssicherheit bedeutet, Informationen und die dafür benötigten Systeme, Prozesse und Einrichtungen angemessen zu schützen.

Dabei geht es vor allem darum, dass Informationen:

  • vertraulich bleiben,
  • richtig und vollständig bleiben,
  • verfügbar sind, wenn sie benötigt werden.

Beispiel

Ein Unternehmen schützt seine Kundendaten durch Berechtigungen, Verschlüsselung, Backups, Schulungen und geregelte Prozesse für Sicherheitsvorfälle.

In der Praxis

Informationssicherheit umfasst mehr als IT-Sicherheit. Auch Papierunterlagen, Gespräche, Gebäude, Mitarbeitende, Lieferanten und Geschäftsprozesse können dazugehören.

AuditInformationssicherheitsereignis

Informationssicherheitsereignis

Ein Informationssicherheitsereignis ist eine beobachtete Situation, die möglicherweise Auswirkungen auf die Informationssicherheit hat.

Beispiel

Ein Mitarbeiter erhält eine verdächtige Phishing-Mail. Es ist noch nicht klar, ob ein Schaden eingetreten ist, aber das Ereignis sollte gemeldet und bewertet werden.

Abgrenzung zum Vorfall Ein Ereignis ist zunächst eine Beobachtung. Nach der Bewertung kann sich herausstellen, dass kein Sicherheitsvorfall vorliegt – oder dass ein tatsächlicher Vorfall behandelt werden muss.

Mögliche Nachweise

  • Meldeweg für Ereignisse
  • Meldungen im Ticketsystem
  • Bewertung und Klassifizierung
  • Schulungs- und Sensibilisierungsnachweise
GrundlagenInformationssicherheitsmanagementsystem / ISMSAuch: ISMS

Informationssicherheitsmanagementsystem / ISMS

Ein ISMS ist das organisierte System, mit dem eine Organisation Informationssicherheit plant, umsetzt, überprüft und verbessert.

Ein ISMS besteht unter anderem aus:

  • Regeln und Richtlinien
  • Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Prozessen und Verfahren
  • Risikomanagement
  • Sicherheitsmaßnahmen
  • dokumentierten Informationen
  • Überwachung, Audits und Verbesserungen

Beispiel

Das ISMS legt fest, wie Risiken bewertet werden, wer Sicherheitsvorfälle bearbeitet, wie Zugänge vergeben werden und wie die Leitung die Wirksamkeit regelmäßig bewertet.

In der Praxis

Ein ISMS ist kein einzelnes Tool und keine reine Sammlung technischer Einstellungen. Es verbindet Menschen, Organisation, Prozesse und Technik.

Mögliche Nachweise

  • ISMS-Handbuch oder Prozessübersicht
  • Informationssicherheitsleitlinie
  • Scope-Erklärung
  • Risikoregister und SoA
  • Audit- und Managementbewertungsunterlagen
GrundlagenInteressierte Partei

Interessierte Partei

Eine interessierte Partei ist eine Person oder Organisation, die Anforderungen an die Informationssicherheit hat, davon betroffen ist oder Erwartungen an die Organisation stellt.

Beispiele

  • Kunden
  • Mitarbeitende
  • Eigentümer und Geschäftsleitung
  • Lieferanten und Dienstleister
  • Aufsichtsbehörden
  • Versicherungen
  • Vertragspartner

Beispiel

Ein Kunde fordert eine bestimmte Verfügbarkeit. Ein Gesetz verlangt den Schutz personenbezogener Daten. Beides kann eine relevante Anforderung einer interessierten Partei sein.

Mögliche Nachweise

  • Liste interessierter Parteien
  • Übersicht gesetzlicher, vertraglicher und regulatorischer Anforderungen
  • Kundenverträge
  • Lieferantenvereinbarungen
  • Kommunikationsplan

K

AuditKorrekturmaßnahme

Korrekturmaßnahme

Eine Korrekturmaßnahme soll die Ursache eines festgestellten Problems beseitigen oder künftig verhindern, dass es wieder auftritt.

Beispiel

Bei einer Prüfung wird festgestellt, dass Zugänge ausscheidender Mitarbeitender zu spät gesperrt werden. Die reine nachträgliche Sperrung ist eine Korrektur. Die Überarbeitung des Austrittsprozesses, die Festlegung eines Verantwortlichen und eine automatische Meldung können Korrekturmaßnahmen sein.

In der Praxis

Die Organisation sollte nicht nur das sichtbare Problem beheben, sondern die Ursache untersuchen und anschließend prüfen, ob die Maßnahme wirksam war.

Mögliche Nachweise

  • Nichtkonformitätsbericht
  • Ursachenanalyse
  • Maßnahmenplan
  • Verantwortlicher und Frist
  • Wirksamkeitsprüfung
GrundlagenKRITIS

KRITIS

KRITIS steht für Kritische Infrastrukturen. Gemeint sind Organisationen oder Einrichtungen, deren Ausfall erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung oder die öffentliche Sicherheit haben kann.

Beispiele für Sektoren Energie, Wasser, Ernährung, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit, Finanz- und Versicherungswesen, Transport und Verkehr sowie Siedlungsabfallentsorgung.

In der Praxis

Ob eine Organisation tatsächlich als KRITIS-Betreiber gilt, hängt von gesetzlichen Definitionen, Anlagenkategorien und Schwellenwerten ab. Eine ISO-27001-Zertifizierung allein bedeutet nicht automatisch, dass alle KRITIS-Anforderungen erfüllt sind.

M

RollenManagementbewertung

Managementbewertung

Bei der Managementbewertung beurteilt die oberste Leitung regelmäßig, ob das ISMS noch geeignet, angemessen und wirksam ist.

Beispiel

Die Geschäftsleitung betrachtet unter anderem Auditergebnisse, Sicherheitsvorfälle, Kennzahlen, Änderungen im Geschäftsumfeld, Risiken und Verbesserungsmaßnahmen und entscheidet über notwendige Anpassungen.

In der Praxis

Eine Managementbewertung sollte echte Entscheidungen hervorbringen. Ein bloßes Abzeichnen ohne Bewertung und ohne Folgemaßnahmen ist in der Praxis wenig hilfreich.

Mögliche Nachweise

  • Agenda und Protokoll
  • Managementbericht
  • Kennzahlen und Trendanalysen
  • Entscheidungen und Aufgaben
  • Nachverfolgung früherer Beschlüsse
MaßnahmenMehrfaktor-Authentisierung / MFAAuch: MFA

Mehrfaktor-Authentisierung / MFA

Bei der Mehrfaktor-Authentisierung müssen mindestens zwei unterschiedliche Nachweise kombiniert werden, zum Beispiel:

  • etwas, das man weiß – Passwort oder PIN,
  • etwas, das man besitzt – Sicherheitsschlüssel oder Smartphone,
  • etwas, das man ist – biometrisches Merkmal.

Beispiel

Für den Zugriff auf das Administrationskonto sind ein Passwort und ein Einmalcode oder Sicherheitsschlüssel erforderlich.

In der Praxis

MFA ist eine mögliche Sicherheitsmaßnahme, aber nicht automatisch für jedes Szenario die einzige erforderliche Maßnahme. Schutzbedarf, Risiken und Anwendungsfall sind zu berücksichtigen.

N

AuditNichtkonformität

Nichtkonformität

Eine Nichtkonformität liegt vor, wenn eine Anforderung nicht erfüllt ist.

Anforderungen können sich ergeben aus:

  • ISO/IEC 27001,
  • Gesetzen und Verordnungen,
  • Verträgen,
  • internen Richtlinien oder Verfahren.

Beispiel

Eine interne Richtlinie verlangt eine jährliche Überprüfung privilegierter Zugänge. Die Überprüfung wird nicht durchgeführt. Das ist eine Nichtkonformität gegenüber der eigenen Vorgabe.

In der Praxis

Eine Nichtkonformität ist nicht automatisch ein Sicherheitsvorfall. Sie muss aber bewertet, behandelt und – soweit erforderlich – auf ihre Ursache untersucht werden.

Mögliche Nachweise

  • Auditfeststellung
  • Abweichungsbericht
  • Ursachenanalyse
  • Korrekturmaßnahme
  • Wirksamkeitsprüfung

P

GrundlagenPDCA-Zyklus

PDCA-Zyklus

PDCA steht für Plan – Do – Check – Act. Der Zyklus beschreibt die fortlaufende Verbesserung:

  • Plan: Ziele, Risiken und Maßnahmen planen.
  • Do: Geplante Prozesse und Maßnahmen umsetzen.
  • Check: Ergebnisse und Wirksamkeit überprüfen.
  • Act: Verbesserungen beschließen und umsetzen.

Beispiel

Die Organisation plant eine Verbesserung des Patchmanagements, setzt sie um, misst die Zeit bis zur Installation kritischer Updates und passt den Prozess bei Bedarf an.

In der Praxis

Der Zyklus ist kein Projekt mit einem endgültigen Abschluss. Neue Risiken, Vorfälle, Änderungen und Auditergebnisse führen zu weiteren Verbesserungen.

R

RisikoRestrisiko

Restrisiko

Das Restrisiko ist das Risiko, das nach der Umsetzung von Schutzmaßnahmen noch übrig bleibt.

Beispiel

Ein Unternehmen setzt Backups, Notfallpläne und redundante Systeme ein. Ein längerer Ausfall ist dadurch unwahrscheinlicher, aber nicht völlig ausgeschlossen. Das verbleibende Risiko ist das Restrisiko.

In der Praxis

Restrisiken sollten bewusst bewertet und durch die zuständigen Risikoeigentümer akzeptiert oder weiter behandelt werden. Eine Akzeptanz sollte nachvollziehbar dokumentiert sein.

Mögliche Nachweise

  • aktualisierte Risikobewertung
  • Risikobehandlungsplan
  • dokumentierte Entscheidung des Risikoeigentümers
  • Begründung der Risikoakzeptanz
RisikoRisiko

Risiko

Ein Risiko beschreibt die Möglichkeit, dass ein unerwünschtes Ereignis eintritt und dadurch Schaden entsteht oder Ziele nicht erreicht werden.

Für die Bewertung werden meist zwei Fragen betrachtet:

  • Wie wahrscheinlich ist der Eintritt?
  • Wie groß wären die Auswirkungen?

Beispiel

Wenn ein Administrationskonto kein ausreichendes Schutzniveau besitzt, besteht das Risiko, dass ein Angreifer Systeme manipuliert oder Daten abzieht.

In der Praxis

Ein Risiko sollte konkret beschrieben werden – am besten mit Bezug zu einem Asset, einer Bedrohung, einer Schwachstelle und möglichen Auswirkungen. Vage Aussagen wie „Cyberangriff möglich“ reichen für eine gute Priorisierung meist nicht aus.

RisikoRisikobehandlung

Risikobehandlung

Risikobehandlung bedeutet, dass die Organisation entscheidet, wie sie mit einem Risiko umgeht und welche Maßnahmen sie dafür umsetzt.

Typische Möglichkeiten sind:

  • Risiko durch Maßnahmen reduzieren,
  • Risiko vermeiden,
  • Risiko mit einem anderen Partner teilen oder übertragen,
  • Risiko bewusst akzeptieren.

Beispiel

Ein Risiko durch fehlende Wiederherstellbarkeit wird durch getestete Backups und einen Wiederanlaufplan reduziert. Ein nicht mehr benötigter besonders riskanter Dienst wird eventuell abgeschaltet.

In der Praxis

Die ausgewählten Maßnahmen sollten aus der Risikobeurteilung und aus weiteren Anforderungen abgeleitet werden. Anschließend werden sie mit den Maßnahmen aus Anhang A abgeglichen, damit keine wichtigen Themen übersehen werden.

Mögliche Nachweise

  • Risikobehandlungsprozess
  • Risikobehandlungsplan
  • Zuordnung von Risiken zu Maßnahmen
  • Umsetzungsstatus und Verantwortliche
  • Genehmigungen der Risikoeigentümer
RollenRisikoeigentümer

Risikoeigentümer

Der Risikoeigentümer ist die Person oder Funktion, die für ein bestimmtes Risiko verantwortlich ist. Sie entscheidet nicht zwingend selbst über jede technische Umsetzung, muss aber die Behandlung des Risikos steuern oder genehmigen können.

Beispiel

Der Leiter Kundenservice ist Risikoeigentümer für die Verfügbarkeit des Kundenportals. Die technische Umsetzung von Backups kann beim IT-Team liegen.

In der Praxis

Ein Risikoeigentümer sollte ausreichend Entscheidungskompetenz und Kenntnis des betroffenen Geschäftsbereichs haben.

Mögliche Nachweise

  • Risikoregister mit Eigentümer-Spalte
  • Rollenbeschreibung
  • Genehmigung des Risikobehandlungsplans
  • dokumentierte Akzeptanz von Restrisiken
RisikoRisikokriterien

Risikokriterien

Risikokriterien legen fest, wie Risiken bewertet und miteinander verglichen werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Kriterien für Eintrittswahrscheinlichkeit,
  • Kriterien für Auswirkungen,
  • Kriterien für die Einstufung des Risikoniveaus,
  • Kriterien für die Risikoakzeptanz.

Beispiel

Ein Risiko gilt als kritisch, wenn ein Ausfall länger als 24 Stunden dauert oder wenn besonders schützenswerte personenbezogene Daten betroffen sein können.

In der Praxis

Die Kriterien sollten so klar sein, dass verschiedene Personen bei vergleichbaren Risiken zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Mögliche Nachweise

  • Risikomethodik
  • Risikomatrix
  • Definitionen für niedrig, mittel, hoch und kritisch
  • Risikoakzeptanzkriterien
  • Freigabe der Methodik
RisikoRisikoregister

Risikoregister

Ein Risikoregister ist eine strukturierte Liste der bewerteten Informationssicherheitsrisiken.

Typische Inhalte sind:

  • Beschreibung des Risikos
  • betroffenes Asset oder Prozess
  • Bedrohung und Schwachstelle
  • Eintrittswahrscheinlichkeit
  • Auswirkung
  • Risikoniveau
  • Risikoeigentümer
  • Behandlung und Status
  • Restrisiko und Akzeptanzentscheidung

Beispiel

Das Risikoregister zeigt, welche fünf Risiken aktuell höchste Priorität haben und welche Maßnahmen bereits umgesetzt oder noch offen sind.

Mögliche Nachweise

  • aktuelles Risikoregister
  • Änderungs- oder Versionshistorie
  • Stichproben zu einzelnen Risiken
  • Verknüpfung mit Risikobehandlungsplan und SoA

S

AuditSicherheitsvorfall / InformationssicherheitsvorfallAuch: Informationssicherheitsvorfall

Sicherheitsvorfall / Informationssicherheitsvorfall

Ein Informationssicherheitsvorfall ist ein Ereignis, das die Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit von Informationen oder Systemen tatsächlich beeinträchtigt oder beeinträchtigen kann.

Beispiele

  • ein erfolgreiches Phishing mit gestohlenen Zugangsdaten,
  • eine Schadsoftware-Infektion,
  • unberechtigter Zugriff auf Kundendaten,
  • ein Ausfall eines wichtigen Systems,
  • die versehentliche Veröffentlichung vertraulicher Informationen.

In der Praxis

Ein Vorfall sollte gemeldet, bewertet, behandelt und nachbereitet werden. Aus Vorfällen sollten Erkenntnisse für die Verbesserung des ISMS gewonnen werden.

Mögliche Nachweise

  • Incident-Response-Plan
  • Vorfallsmeldung und Klassifizierung
  • Maßnahmen- und Kommunikationsprotokoll
  • Ursachenanalyse
  • Lessons Learned
  • Nachweis von Tests oder Übungen
MaßnahmenSoA / Statement of Applicability / Erklärung zur AnwendbarkeitAuch: Statement of Applicability, Erklärung zur Anwendbarkeit

SoA / Statement of Applicability / Erklärung zur Anwendbarkeit

Die SoA ist ein zentrales Dokument des ISMS. Sie zeigt, welche Maßnahmen aus Anhang A für die Organisation relevant und anwendbar sind, welche umgesetzt sind und warum Maßnahmen einbezogen oder – falls nicht einbezogen – ausgeschlossen wurden.

Eine SoA beantwortet typischerweise Fragen wie:

  • Ist die Maßnahme für den definierten ISMS-Scope relevant?
  • Wird sie angewendet?
  • Warum wurde sie aufgenommen?
  • Ist sie bereits umgesetzt oder noch geplant?
  • Falls sie nicht aufgenommen wurde: Warum ist das begründet?
  • Auf welches Risiko oder welche andere Anforderung bezieht sie sich?

Beispiel

Die Maßnahme zur sicheren Authentisierung wird aufgenommen, weil ein Risiko durch kompromittierte Benutzerkonten besteht. Als Umsetzung werden unter anderem MFA für Administrationskonten und eine verbindliche Authentisierungsrichtlinie genannt.

In der Praxis

  • Die SoA ist nicht dasselbe wie die Scope-Erklärung.
  • Die SoA legt nicht fest, welche ISO-Standards für die Organisation gelten.
  • Sie darf nicht nur eine unkommentierte Liste mit „ja“ oder „nein“ sein.
  • Ein Ausschluss muss begründet werden.
  • Die SoA sollte mit Risikoregister, Risikobehandlungsplan und tatsächlicher Umsetzung zusammenpassen.
  • Die SoA muss aktuell gehalten werden, wenn sich Risiken, Systeme, Prozesse oder Anforderungen ändern.

Typische Inhalte einer SoA-Tabelle

MaßnahmeAnwendbar?BegründungUmsetzungsstatusZugehörige Risiken / Nachweise
A.8.5 Sichere AuthentisierungJaRisiko durch kompromittierte Konten; KundenanforderungTeilweise umgesetztMFA-Konzept, Richtlinie, Stichprobe
A.7.2 Physischer ZutrittJaSchutz des Serverraums erforderlichUmgesetztZutrittsliste, Besuchermanagement
Eine nicht passende MaßnahmeNeinIm Scope keine entsprechenden Assets oder Risiken; andere Anforderungen bleiben unberührtNicht anwendbarBegründung dokumentiert

Mögliche Nachweise

  • aktuelle SoA
  • Freigabe durch zuständige Verantwortliche
  • Verknüpfung zur Risikoanalyse
  • Risikobehandlungsplan
  • Richtlinien, Verfahren und technische Nachweise
  • dokumentierte Begründungen für Ausschlüsse
MaßnahmenStand der Technik

Stand der Technik

Der Stand der Technik beschreibt die technischen Möglichkeiten, die aktuell verfügbar sind und nach wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen den gewünschten Schutzeffekt erreichen können.

Beispiel

Für einen besonders schützenswerten Fernzugriff kann der Stand der Technik eine Kombination aus starker Authentisierung, sicherer Verschlüsselung, Protokollierung und laufender Überwachung nahelegen. Was angemessen ist, hängt aber vom konkreten Risiko und Kontext ab.

In der Praxis

Der Begriff ist kontextabhängig und kann sich mit der technischen Entwicklung verändern. Eine ISO-27001-Zertifizierung ist nicht automatisch für jede gesetzliche oder branchenspezifische Anforderung ausreichend.

AuditStichprobe

Stichprobe

Bei einer Stichprobe wird nicht jeder einzelne Fall geprüft. Stattdessen wird eine begründete Auswahl betrachtet, um Rückschlüsse auf die Umsetzung eines Prozesses oder einer Maßnahme zu gewinnen.

Beispiel

Im Audit werden zehn neue Benutzerkonten und fünf Austritte aus einem definierten Zeitraum geprüft.

In der Praxis

Eine Stichprobe ist kein Freifahrtschein: Werden systematische Probleme sichtbar, kann der Prüfumfang erweitert werden.

T

MaßnahmenTechnische und organisatorische Maßnahmen / TOMAuch: TOM

Technische und organisatorische Maßnahmen / TOM

TOM sind technische und organisatorische Maßnahmen, die Informationen und Systeme schützen.

Technische Beispiele

  • Firewall
  • Verschlüsselung
  • Backup
  • Schwachstellenmanagement
  • Mehrfaktor-Authentisierung

Organisatorische Beispiele

  • Informationssicherheitsrichtlinie
  • Schulung und Sensibilisierung
  • Rollen- und Berechtigungskonzept
  • Notfallprozess
  • Lieferantenvereinbarung

In der Praxis

Wirksame Sicherheit entsteht oft durch die Kombination beider Arten. Eine technische Lösung ohne klare Verantwortlichkeit oder ohne geregelten Prozess kann unwirksam bleiben.

RollenTopmanagement / oberste LeitungAuch: oberste Leitung

Topmanagement / oberste Leitung

Das Topmanagement ist die Leitungsebene, die für die Organisation und ihre strategischen Entscheidungen verantwortlich ist. Sie muss Informationssicherheit unterstützen, Ziele festlegen, Ressourcen bereitstellen und die Wirksamkeit des ISMS bewerten.

Beispiel

Die Geschäftsleitung genehmigt die Informationssicherheitspolitik, benennt Verantwortliche, stellt Budget für Maßnahmen bereit und entscheidet über relevante Restrisiken.

In der Praxis

Informationssicherheit kann nicht allein an die IT delegiert werden. Die Leitung muss sichtbar Verantwortung übernehmen.

Mögliche Nachweise

  • genehmigte Informationssicherheitspolitik
  • Rollen- und Verantwortlichkeitskonzept
  • Budget- oder Ressourcenentscheidungen
  • Managementbewertung
  • dokumentierte Risikoentscheidungen

V

GrundlagenVerbindlichkeit / NichtabstreitbarkeitAuch: Nichtabstreitbarkeit

Verbindlichkeit / Nichtabstreitbarkeit

Nichtabstreitbarkeit bedeutet, dass eine Aktion oder ein Ereignis später nachvollziehbar belegt werden kann und die verursachende Person oder Stelle es nicht erfolgreich abstreiten kann.

Beispiel

Eine digitale Freigabe wird mit einer eindeutigen Identität, einem Zeitstempel und einem geeigneten Protokoll dokumentiert.

Abgrenzung zur Zurechenbarkeit Zurechenbarkeit bedeutet vor allem, dass eine Aktion einer Identität oder einem Verantwortlichen zugeordnet werden kann. Nichtabstreitbarkeit geht weiter: Die Zuordnung soll später als belastbarer Nachweis dienen.

GrundlagenVerfügbarkeit

Verfügbarkeit

Verfügbarkeit bedeutet, dass berechtigte Personen Informationen und Systeme nutzen können, wenn sie sie benötigen.

Beispiel

Das Kundenportal ist auch nach einem Ausfall der primären Infrastruktur innerhalb der festgelegten Zeit wieder erreichbar.

Typische Schutzmaßnahmen

  • Backups
  • Redundanz
  • Notfall- und Wiederanlaufpläne
  • Monitoring
  • Ersatzkomponenten
  • Schutz vor Überlastung und DDoS-Angriffen
GrundlagenVertraulichkeit

Vertraulichkeit

Vertraulichkeit bedeutet, dass Informationen nur für berechtigte Personen, Entitäten oder Prozesse zugänglich sind.

Beispiel

Eine Personalakte darf nur von dafür berechtigten Personen eingesehen werden. Die Übertragung der Datei erfolgt verschlüsselt.

Typische Schutzmaßnahmen

  • Berechtigungen und Zugriffskontrollen
  • Verschlüsselung
  • Geheimhaltungsvereinbarungen
  • Klassifizierung und Kennzeichnung
  • Schulungen

Z

MaßnahmenZugangs- und Zugriffssteuerung

Zugangs- und Zugriffssteuerung

Zugriffssteuerung stellt sicher, dass nur berechtigte Personen auf Informationen und Systeme zugreifen können. Die Berechtigungen werden nach Aufgaben, Geschäftsbedarf und Sicherheitsanforderungen vergeben.

Abgrenzung

  • Zugang: Nutzung eines IT-Systems oder Dienstes, zum Beispiel Anmeldung an einer Anwendung.
  • Zugriff: Nutzung einer konkreten Information oder Funktion innerhalb dieses Systems.
  • Zutritt: Physisches Betreten eines geschützten Bereichs, zum Beispiel eines Serverraums.

Beispiel

Eine Mitarbeiterin darf sich am Ticketsystem anmelden, kann aber nur die Vorgänge ihrer Abteilung sehen. Ein Administrator darf technische Einstellungen ändern, benötigt diesen Zugriff aber nicht für seine täglichen Standardaufgaben.

Mögliche Nachweise

  • Berechtigungskonzept
  • Rollenmatrix
  • Antrags- und Genehmigungsnachweise
  • regelmäßige Berechtigungsüberprüfungen
  • Nachweise über Entzug von Zugängen
  • Protokolle privilegierter Aktivitäten
RollenZurechenbarkeit / AccountabilityAuch: Accountability

Zurechenbarkeit / Accountability

Zurechenbarkeit bedeutet, dass sicherheitsrelevante Aktionen einer bestimmten Person, Rolle, Organisationseinheit oder technischen Identität zugeordnet werden können.

Beispiel

Ein Administrationsprotokoll zeigt, welcher personalisierte Benutzer wann eine kritische Systemeinstellung geändert hat.

In der Praxis

  • Gemeinsame Benutzerkonten erschweren die Zurechenbarkeit.
  • Protokolle müssen angemessen geschützt und aufbewahrt werden.
  • Es müssen klare Verantwortlichkeiten für Werte, Prozesse und Risiken bestehen.
MaßnahmenZweckbindung der Berechtigung / Least PrivilegeAuch: Least Privilege

Zweckbindung der Berechtigung / Least Privilege

Eine Person soll nur die Berechtigungen erhalten, die sie für ihre Aufgabe tatsächlich braucht – und nicht mehr.

Beispiel

Ein Mitarbeitender im Vertrieb darf Kundendaten einsehen, aber keine Benutzerkonten anlegen oder Produktionsdaten löschen.

In der Praxis

Berechtigungen sollten regelmäßig überprüft und bei Rollenwechseln oder Austritt angepasst beziehungsweise entzogen werden.

Sauber unterscheiden

Diese Begriffe werden häufig verwechselt

Die Gegenüberstellungen zeigen den Unterschied in einem Satz.

Scope und SoA

Scope
Für welchen Teil der Organisation gilt das ISMS?
SoA
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind für diesen Scope anwendbar und wie wird das begründet?

Ereignis und Vorfall

Ereignis
Etwas Auffälliges wird beobachtet.
Vorfall
Die Bewertung zeigt eine tatsächliche oder relevante Beeinträchtigung der Informationssicherheit.

Korrektur und Korrekturmaßnahme

Korrektur
Das konkrete Problem wird behoben.
Korrekturmaßnahme
Die Ursache wird beseitigt, damit das Problem nicht wieder auftritt.

Risiko und Restrisiko

Risiko
Die mögliche negative Situation vor oder ohne Behandlung.
Restrisiko
Was nach der Behandlung noch verbleibt.

Zutritt, Zugang und Zugriff

Zutritt
Physisch in einen Bereich hineingehen.
Zugang
Sich an einem System oder Dienst anmelden.
Zugriff
Eine konkrete Information oder Funktion nutzen.